Infus: heißer Aufguss
Dies ist die häufigste Art der Zubereitung. 1 gestr. Tl
getrockneten
Krautes mit einer Tasse
kochendem Wasser übergießen und 3 - 10 Minuten ziehen lassen. Der Infus eignet sich für zarte Pflanzenteile oder fein zerkleinerte Wurzel - oder Rindendrogen.Pflanzen mit gut wasserlöslichen Wirkstoffen wie ätherische Ölen,
Saponinen
, Bitterstoffen (thermolabil) oder Alkaloiden
werden mit heißem Wasser aufgegossen, das gekocht hat, aber nicht mehr sprudelt. Diese ziehen dann auch bei einem geschlossenen Deckel, da die Inhaltsstoffe sich sonst verflüchtigen würden. Die Kondenstropfen, welche sich am Deckel absetzen, zurück in den Tee geben.Tees mit Flavonoiddrogen müssen 10 bis 20 Minuten ziehen.
Bei der Infuszubereitung findet eine Keimreduzierung auf 10% statt.
Mazerat: Kaltwasserauszug
Mazeration wird angewandt bei Pflanzen, welche schleimhaltig sind und gleichzeitig einen grö0eren Anteil an Stärke oder Pektinen enthalten. Diese Stoffe würden nämlich mit heißem Wasser verkleistern (z.B.
Eibischwurzel
) Schleimhaltige Pflanzen zieht man im Wasser aus, weil Schleimstoffe bei Hitze abgebaut und wirkstoffvermindert werden können.Ebenso mazeriert man Pflanzen, wenn man unerwünschte toxische Stoffe nih´cht in das Wasser übergehen lassen will. (z.B. das giftige Viscotoxin der
Mistelblätter
)Die gut zerkleinerten Pflanzen in kaltes Wasser legen und 1 bis 5 Stunden unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen. Zum trinken kann der abgesiebte Tee im Wasserbad erwärmt werden, besser ist aber Schluck für Schluck im Mund.
Nachteil diese Methode ist die relativ hohe Keimbelastung. Schon nach wenigen Stunden können Schleimpflanzen schimmeln oder es können sich pathogene Keime entwickeln, welche zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Um dieses zu vermeiden, immer nur eine Tasse Mazerat ansetzen und den Tee unmittelbar nach der Mazeration trinken.
Dekokt: Abkochung
Wurzel - und Rindendrogen werden durch eine Abkochung von 5 - 30 Minuten zubereitet. Die Drogen werden mit dem Hackmesser oder im Mörser zerkleinert und in kaltem Wasser angesetzt. Dieses wird dann zum Sieden gebracht und die Drogen kochen 10 bis 15 Minuten. Danach wird die Masse kurz stehen gelassen und abfiltriert.
Beim Dekokt findet die größte Keimreduzierung statt, allerdings können auch Inhaltsstoffe verloren gehen. Ein Dekokt eignet sich für harte bis sehr harte Pflanzenteile und für Drogen mit schwer löslichen Bestandteilen.
Kombinationsmethoden
Infusmazerat
Wird angewandt bei harten Drogen mit ätherischen Ölen. Diese werden zuerst als Infus zubereitet und dann mazeriert, d.h. man lässt sie bis zum erkalten stehen. Angewandt z.B. bei den Wurzeln von
Alant
und Baldrian
.Mazerationsdekokt
Dies ist eine eher seltene Art der Zubereitung bei Kieselsäurepflanzen. Hierbei werden die Pflanzenteile über Nacht in kaltem Wasser eingelegt und nach 12 Stunden 10 - 30 Minuten gekocht. Erst dann löst sich die Kieselsäure. Auch die Wirkstoffe getrockneter Hagebutten lösen sich so am Besten.






