
Mondenkind
Bedächtig schreite ich über das Gras.
Der Abendtau benetzt meine Füße.
Um mich herum die Stille der Nacht.
Ein sanfter Wind verfängt sich in meinem langen, nachtblauen Mantel.
Es ist, als wolle er mit ihm meinen Körper liebkosen.
Mein Gandhr, der Stab in meiner Hand
scheint mir vorauseilen zu wollen.
Vor mir der Wald in ehrfurchtsgebietender Erhabenheit.
Die Bäume heißen mich willkommen.
Schließlich erreiche ich sie – die Lichtung, die geweihte Stätte.
Ich verharre inmitten des Kreises –
Sinnbild der Ewigkeit, Ebenbild der Vollkommenheit.
Ich warte und nur mein Atem ist zu hören.
Die Zeit scheint still zu stehen.
Dann, endlich – entfliehen die Wolken
und enthüllen das strahlende Antlitz des Mondes.
Sein Leuchten scheint alles mit flüssigem Silber zu überziehen.
Hoch erhebe ich den Gandhr.
Der Amethyst an seiner Spitze fängt das Licht des Mondes ein.
Ich weiß es, als der Zeitpunkt gekommen ist.
Entschlossen senke ich den Stab;
berühre mit dem Stein mein Herz, dann meine Stirn.
Tief atme ich durch.
Fast unmerklich nicke ich und senke dann mein Haupt.
Ich hatte verstanden!
Grafik by Isis
Lyrics by Braghi
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